RPR Grading System
DaVinci Wide Gamut + SpektraFilm OFX
Dein Standardweg für RPR-Vlogs

Wo mache ich
diese Änderung?

Resolve entwickelt dein Log-Material kontrolliert in DaVinci Wide Gamut. Danach entscheidet die Absicht, auf welcher Ebene du arbeitest.

CLIP MAKE IT MATCH
GROUP MAKE IT FEEL
TIMELINE MAKE IT RPR
Erste Frage, bevor du einen Regler anfasst

Wo drehe ich am Color Wheel?

Im Node Editor oben links zuerst die Ebene wählen. Dann erst den passenden Node anklicken und die Primaries / Color Wheels öffnen.

NODE EDITOR ▾CLIP→GROUP POST-CLIP→TIMELINE

1 · CLIP

MAKE IT MATCH · ein einzelner Shot

WB MATCHGain-Farbrad oder RGB Gain: Farbstich dieses Clips neutralisieren.EXPOSURE MATCHGain-Masterwheel: nur diesen Clip heller oder dunkler machen.

2 · GROUP POST-CLIP

MAKE IT FEEL · alle Clips einer Szene

SCENE COLOROffset, Temp/Tint oder Wheels: Szene bewusst kühler, wärmer oder farbiger machen.SCENE CONTRASTContrast + Pivot: gemeinsame Tonalität und Tiefe der Szene formen.

3 · TIMELINE

MAKE IT RPR · der gesamte Film

FILM-LOOKCamera Diffusion und SpektraFilm – keine Clip-WB oder Shot-Exposure hier reparieren.OPTIONAL: FINISHNur für einen winzigen globalen Trim: Offset, Contrast oder Saturation nach SpektraFilm.
Merksatz: Ein Shot passt nicht? CLIP. Eine Szene soll sich anders anfühlen? GROUP POST-CLIP. Der ganze Film soll anders aussehen? TIMELINE.
01 · Der Signalfluss

Von der Aufnahme bis zum RPR-Look

Der gesamte Grade bleibt scene-referred in DaVinci Wide Gamut / Intermediate. Rec.709 Gamma 2.4 entsteht erst beim Output.

SOURCE FOOTAGE Geschnittene Sequenz nach Picture Lock.
RCM INPUT TRANSFORM Kamera Log → DaVinci Wide Gamut / Intermediate.
CLIP · MAKE IT MATCH WB, Exposure, Kamera- und Shot-Matching von Hand.
GROUP POST-CLIP · MAKE IT FEEL Scene Intent für zusammengehörige Clips.
TIMELINE · MAKE IT RPR SpektraFilm OFX nahe am Ende: Film, Print, Texture und Scan.
OUTPUT QC und Export.
RCM = DEVELOP Log → DWG / Intermediate
CLIP = MATCH passt der Shot?
GROUP = FEEL wie fühlt sich die Szene an?
TIMELINE = RPR wie sieht der ganze Film aus?
02 · Die drei Ebenen

Gleiche Regler. Unterschiedliche Absicht.

Exposure, WB, Kontrast oder Saturation dürfen auf mehreren Ebenen vorkommen — entscheidend ist das Warum.

CLIP · MAKE IT MATCH

Individuellen Shot angleichen

RCM liefert die gemeinsame DWG-Basis. Du entwickelst und matchst jeden Shot nur so weit wie nötig.

Typisch: WB MATCH → EXPOSURE MATCH → optional SKIN / LOCAL / FIX
Regel: Ein Node = eine verständliche Absicht, nicht ein einzelner Regler.
Wenn der Shot bereits passt: DON’T TOUCH IT.
→
GROUP POST-CLIP · MAKE IT FEEL

Komplette Szene interpretieren

Hier formst du die gemeinsame Stimmung: Exposure, WB, Kontrast, Saturation, Color Balance, Schatten und Highlights.

Gruppen: EARLY MORNING · OVERCAST · FOREST
Auch: GOLDEN HOUR · NIGHT / CITY
→
TIMELINE · MAKE IT RPR

Gesamten Film signieren

CAMERA DIFFUSION → RPR SPEKTRAFILM → automatischer RCM OUTPUT. Keine einzelnen WB- oder Exposure-Probleme auf Timeline reparieren.

Camera Diffusion: externes Einzel-OFX direkt vor SpektraFilm — wie ein Filter vor der simulierten Film Exposure
SpektraFilm OFX: Stock, Paper, Film/Print Response und Color Separation
Finish: Halation, Bloom, Grain, globale Textur

EARLY MORNING · Group Post-Clip

Du hast die einzelnen Shots am Clip-Level sauber gematcht. Danach machst du die ganze Szene bewusst kühler und etwas dunkler, reduzierst Saturation, kühlst die Schatten und formst Highlights sowie Kontrast. Das Matching war nicht falsch — die Group-Änderung ist intentional.

CORRECT ≠ INTENTIONAL Clip = technische Basis Du = Gefühl
03 · Die drei Node Trees

Oben in Resolve: so soll es aussehen

Durchgezogen = Standard. Gestrichelt = nur anlegen, wenn du ihn wirklich brauchst. Die Nodes laufen jeweils von oben nach unten.

CLIP · MAKE IT MATCH

Einzelnen Shot entwickeln

RCM hat den Clip bereits nach DWG/Intermediate transformiert. Jetzt matchst du ihn von Hand.

RCM INPUT · VOR DEN NODESClip Input Color Space korrekt taggen. Resolve transformiert Kamera Log automatisch nach DWG/Intermediate.KEIN SICHTBARER NODE
01 · WB MATCHPrimaries Gain-Farbrad beziehungsweise RGB Gain benutzen, bis neutrale Bereiche und RGB Parade plausibel zusammenpassen.NODE GAMMA: LINEAR · LUM MIX: 0
02 · EXPOSURE MATCHNur das Gain-Masterwheel benutzen. Es hebt oder senkt alle drei Kanäle gemeinsam und verhält sich in Linear proportional zur Lichtmenge.NODE GAMMA: LINEAR · LUM MIX: 0
03 · DENSITY / SAT MATCHNur wenn die Farbdichte zwischen Kameras oder Nachbarshots abweicht. Erst technisch angleichen, nicht den Look bauen.NODE: DWG / INTERMEDIATE
LOCAL / SKIN / FIXWindow, Qualifier, Tracking oder Magic Mask. Node bleibt im Timeline-Arbeitsfarbraum.NODE: TIMELINE
GROUP POST-CLIP · MAKE IT FEEL

Szene interpretieren

Diese Nodes wirken gemeinsam auf alle Clips der Szene.

SCENE EXPOSUREDie komplette Szene bewusst heller oder dunkler gestalten — ebenfalls ausschließlich mit dem Gain-Masterwheel.NODE GAMMA: LINEAR · LUM MIX: 0
SCENE COLORKühler, wärmer, grüner oder magentafarbener als kreative Entscheidung. Temp/Tint, Offset oder Color Wheels nach Absicht.NICHT ZWANGSWEISE LINEAR
SCENE CONTRASTContrast + Pivot, Curves oder HDR-Zonen für die gemeinsame Tonalität.NODE: TIMELINE / WORKING SPACE
SCENE SAT / PALETTESaturation, Color Boost, Hue-vs-Sat oder Color Warper für das Szenengefühl.NODE: TIMELINE / WORKING SPACE
TIMELINE · MAKE IT RPR

Globaler Filmcharakter

Keine Reparatur einzelner Shots. Hier entsteht die durchgehende RPR-Signatur.

01 · CAMERA DIFFUSIONExternes Einzel-OFX nach technischer Normalisierung und vor dem Filmprozess.WORKING SPACE · NICHT DISPLAY 2.4
02 · RPR SPEKTRAFILMStock, Paper, Film/Print Exposure, Color Timing, DIR, Grain, Halation und Scanner.INPUT SPACE = EINGEHENDES SIGNAL
RCM OUTPUT · NACH DEN NODESSpektraFilm gibt mit Output Role RCM/ACES wieder DWG/Intermediate aus. RCM transformiert anschließend zum Display-Ziel.OUTPUT: REC.709 GAMMA 2.4
γ

Linear ist ein Node-Rechenraum. Gamma 2.4 ist dein SDR-Ausgabeziel.

Setze nicht den gesamten Grade auf Gamma 2.4. Die Grade-Nodes arbeiten im tatsächlichen Timeline-/Arbeitsfarbraum. Nur dedizierte WB- oder Exposure-Nodes werden für die Linear-Gain-Technik per Rechtsklick auf Gamma → Linear gesetzt. Resolve wandelt für diesen Node hinein und anschließend wieder zurück.

Linear-Gain-Rezept: Was stelle ich ein — und was macht welcher Regler?
VoraussetzungProject Settings → Timeline Color Space muss dem realen Bildzustand am Node entsprechen. Sonst ist Resolves automatische Umrechnung in Linear nicht verlässlich.
Node Gamma → LinearRechtsklick auf den betreffenden Node. Nur diesen Node umstellen — nicht CST, Timeline oder Output pauschal auf Linear setzen.
Lum Mix → 0Schaltet die automatische Gegenbewegung der anderen RGB-Kanäle ab. Die Kanäle lassen sich unabhängig verändern — hilfreich für technisches Matching.
Gain-Farbrad / RGB GainÄndert das Verhältnis von Rot, Grün und Blau proportional zum Licht. Im WB MATCH Node damit einen Farbstich neutralisieren.
Gain-MasterwheelHebt oder senkt alle drei Kanäle gemeinsam und verhält sich im linearen Node wie eine Belichtungsänderung. Waveform beobachten.
Lift, Gamma, OffsetFür dieses spezielle Linear-Gain-Rezept nicht benutzen. Wechsle für Schatten, Mitten oder globale kreative Verschiebungen in einen normalen Working-Space-Node.
Lum Mix → 100Resolve hält bei einzelnen RGB-/Y-Korrekturen die wahrgenommene Helligkeit stärker konstant. Das ist oft praktisch für kreatives Grading, aber weniger direkt für unabhängiges RGB-Matching.
Zwei getrennte Linear-NodesWB MATCH verändert nur das RGB-Verhältnis über Gain Color. EXPOSURE MATCH verändert alle Kanäle gemeinsam über Gain Master. So bleiben Farbe und Helligkeit verständlich getrennt.
Rec.709 Gamma 2.4Display-Encoding für dein SDR-Master. In diesem Workflow steht es ausschließlich als Output Color Space im Resolve Color Management — nicht in einem sichtbaren Node und nicht zusätzlich in SpektraFilm.
Default für dichRCM entwickelt nach DWG. Clip-WB: Linear + Lum Mix 0 + Gain Color. Clip-Exposure: eigener Linear-Node + Lum Mix 0 + Gain Master. Group Exposure nutzt dieselbe Linear-Logik. Timeline: Diffusion → SpektraFilm → automatischer RCM-Output.

Quellen: Blackmagic Design · Color Page und offizieller Colorist Guide. Die Linear-Gain-Technik ist eine gezielte Arbeitsmethode; sie ist kein Ersatz für korrektes Color Management.

04 · Drei Basis-PowerGrades

Eine Vorlage pro Verantwortung

Ja: Clip, Group Post-Clip und Timeline bekommen jeweils einen eigenen kleinen Start-Node-Tree. Nie alle drei Ebenen in einen einzigen PowerGrade packen.

01 · RPR CLIP BASE

Technische Handarbeit

WB MATCH → EXPOSURE MATCH → DENSITY / SAT MATCH → LOCAL / SKIN / FIX. Die letzten beiden Nodes standardmäßig deaktiviert oder leer lassen.

WB MATCH: Node Gamma Linear · Lum Mix 0
Speichern: im Node Editor auf Clip wechseln, Still grabben und ins PowerGrade-Album kopieren
02 · RPR GROUP BASE

Scene Intent

SCENE EXPOSURE → SCENE COLOR → SCENE CONTRAST → SCENE SAT / PALETTE. Alles zunächst neutral.

Anwenden: Clips gruppieren, Group Post-Clip wählen, dann Grade auf den leeren Group-Graph anwenden
Eine Group: eine gemeinsame Szene wie EARLY MORNING oder FOREST
03 · RPR TIMELINE BASE

Globale Signatur

CAMERA DIFFUSION → RPR SPEKTRAFILM. Kein manueller Output-CST im Tree, weil RCM die Ausgabe übernimmt.

SpektraFilm: Input DWG / Intermediate · Output Role RCM/ACES
Anwenden: Timeline-Modus wählen und einmal pro Timeline auf den leeren Timeline-Graph anwenden
3

PowerGrades speichern Nodes — nicht ihre Bedeutung.

Wechsle vor dem Speichern und Anwenden immer in die richtige Node-Editor-Ebene: Clip, Group Post-Clip oder Timeline. Ein PowerGrade-Album ist in allen Projekten derselben Project Library verfügbar. Für eine andere Library exportierst du die Stills als DRX und importierst sie dort.

Projekt einmal richtig vorbereiten
Color ScienceDaVinci YRGB Color Managed · automatische Verwaltung aus, damit die Pipeline bewusst gesetzt bleibt.
Timeline Color SpaceDaVinci Wide Gamut / DaVinci Intermediate.
Output Color SpaceRec.709 Gamma 2.4 für dein SDR-/YouTube-Master.
Osmo Pocket 4PClip Input Color Space: DJI D-Gamut / D-Log.
iPhone Apple LogClip Input Color Space: Rec.2020 / Apple Log.
SpektraFilmInput Color Space DWG / Intermediate · Output Role RCM/ACES. Kein zweites Rec.709-Tone-Mapping im OFX.
Manuelles Matching: der schnelle Ablauf
01 · HERO SHOTPro Szene den besten, repräsentativen Shot zuerst entwickeln.
02 · REFERENZStill grabben und über Wipe oder Split Screen mit den übrigen Clips vergleichen.
03 · WB MATCHRGB Parade und neutrale Flächen prüfen. Linear + Lum Mix 0 + Gain.
04 · EXP MATCHWaveform und wichtige Mitteltöne vergleichen. Linear + Lum Mix 0 + Gain-Masterwheel.
05 · DENSITY / SATVectorscope und Bild vergleichen; nur technische Unterschiede ausgleichen.
06 · LOCALHaut, Fenster oder einzelne Bereiche nur korrigieren, wenn der Shot es wirklich braucht.

Resolve wendet Clip-, Group- und Timeline-Grades nacheinander an. PowerGrade-Stills sind deshalb als drei getrennte Startvorlagen sinnvoll; der aktive Node-Editor-Modus bestimmt, auf welcher Ebene du sie speicherst und anwendest. Quelle: Blackmagic Design Colorist Guide, Kapitel zu Groups und PowerGrade-Stills.

05 · Schnellentscheidung

Wo gehört die Änderung hin?

Die Antwort sollte in wenigen Sekunden klar sein.

Dieser eine Shot passt nicht zu den anderen?
→ CLIP · MATCH
Die komplette Szene soll sich anders anfühlen?
→ GROUP · FEEL
Der gesamte Film braucht einen anderen RPR-Charakter?
→ TIMELINE · RPR
Dieser Shot passt bereits zur Referenz?
→ DON’T TOUCH IT
Würde ich dieses Foto in Lightroom korrigieren?

Nein → Clip nicht anfassen. Ja → Gehört die Änderung zum einzelnen Bild, zur Szene/Serie oder zum gesamten Film? Das entspricht Clip → Group → Timeline.

!

Rec.709 entsteht genau einmal — ganz am Ende.

Kein Kamera→Rec.709-Conversion-LUT am Anfang und kein Rec.709→DWG-Rückweg. RCM transformiert die Kamera direkt nach DaVinci Wide Gamut / Intermediate.

SpektraFilm arbeitet mit Input DWG / Intermediate und Output Role RCM/ACES. Danach erledigt das Resolve Color Management den einzigen Output nach Rec.709 Gamma 2.4.

06 · Empfohlener Arbeitsablauf

Von Picture Lock bis Export

Ein klarer Default. Keine Sammlung konkurrierender Resolve-Methoden.

SCHRITT 01
Edit sperren

Picture Lock

Schließe den Schnitt ab, bevor du Referenzshots auswählst und das manuelle Matching beginnst.

EDIT noch keinen Creative Look anwenden
SCHRITT 02
RCM Setup

Log nach DWG entwickeln

Setze Timeline Color Space auf DaVinci Wide Gamut / Intermediate und tagge jeden Clip mit seinem korrekten Kamera-Input. Resolve übernimmt die technische Transformation — ohne Rec.709-Zwischenstufe.

DWG / INTERMEDIATE INPUT TAGS NO REC.709 LUT
SCHRITT 03
Clip prüfen

Hero Shot entwickeln, übrige Shots matchen

Entwickle pro Szene zuerst den Referenzshot. Gleiche danach jeden Clip bei Bedarf in WB, Exposure und Farbdichte an. Skin- oder Local-Nodes bleiben Ausnahmen.

EXPOSURE WB SKIN LOCAL FIX
SCHRITT 04
Group Post-Clip

Scene Intent

Gruppiere die gematchten Clips. Hier darfst du eine technisch korrekte Szene bewusst kühler, dunkler, weniger gesättigt oder kontrastreicher interpretieren. Matching und Stimmung bleiben getrennt.

EARLY MORNING OVERCAST GOLDEN HOUR FOREST NIGHT / CITY
SCHRITT 05
Timeline

RPR Film Look

Setze zuerst das externe Camera-Diffusion-OFX und danach SpektraFilm nahe ans Ende des Timeline-Node-Trees. Clip-Matching und Scene Intent liegen davor; der automatische RCM-Output liegt danach.

GLOBAL CAMERA DIFFUSION SPEKTRAFILM OFX RPR SIGNATURE
SCHRITT 06–07
QC + Export

Film als Ganzes prüfen

Kontrolliere Übergänge, Haut, Highlights, Schatten, Szenenbalance und die Stärke des globalen Looks. Erst danach exportieren.

QC EXPORT
07 · SpektraFilm OFX

Der RPR-Look als Film-Labor

Laut Manual arbeitet SpektraFilm am besten nahe am Ende des Node-Trees: nach Farbmanagement, Input-Transform und fast allen Matching-/Scene-Intent-Korrekturen.

UPSTREAMRCM Input Transform · manuelles Clip-Matching · Group Post-Clip Scene Intent.
CAMERA DIFFUSION OFXExternes Einzel-Plugin nach RCM-Input, Clip-Matching und Scene Intent — direkt vor SpektraFilm.
RPR SPEKTRAFILM OFXFilm, Print, Color Separation, Texture, Optics und Scan.
RCM OUTPUT · IMPLIZITSpektraFilm Output Role RCM/ACES → Resolve transformiert DWG/Intermediate nach Rec.709 Gamma 2.4.
RCM Input → Clip Match → Group Feel → Diffusion → SpektraFilm → RCM Output.Die gesamte sichtbare Node-Arbeit findet in DWG/Intermediate statt. Rec.709 Gamma 2.4 kommt nur im automatischen Output.
!

Diffusion nicht doppelt stapeln.

Wenn das externe Camera-Diffusion-Plugin aktiv ist, lasse Camera Diffusion in SpektraFilm aus oder bewusst sehr zurückhaltend. SpektraFilm-Halation und Scanner-Finish sind andere Prozessstufen und dürfen weiterhin verwendet werden.

Empfohlene Reihenfolge im OFX

Den Look von innen nach außen bauen

Diese Reihenfolge folgt Kapitel 6.19 des Manuals und hält jede Entscheidung physikalisch nachvollziehbar.

01 · COLOR MANAGEMENTInput Color Space muss exakt dem Signal entsprechen, das in den OFX-Node kommt.
02 · MATERIALStock, Paper und Film Format auswählen.
03 · FILM EXPOSURENegative Placement mit Film Exposure EV setzen.
04 · PRINT EXPOSUREDas vorhandene Negativ mit Print Exposure EV timen.
05 · PRINT SHAPEPrint Push/Pull zuerst; danach Shadow/Highlight Shape für Toe und Shoulder.
06 · COLOR TIMINGFiltered Enlarger mit CMY oder Printer Density mit Printer Points; danach DIR Separation.
07 · OPTIONAL PROCESSPreflash oder Negative/Print Bleach Bypass nur, wenn der Look es verlangt.
08 · TEXTURE + OPTICSGrain, Halation und Scanner-Finish zuletzt hinzufügen. Interne Camera Diffusion bleibt aus, wenn das externe OFX aktiv ist; Print Diffusion ist eine separate kreative Option.
09 · OUTPUT ROLEOutput Role und Delivery Transform bewusst festlegen.
Empfohlen: RCM / ACESOutput Role RCM/ACES. SpektraFilm gibt in DWG/Intermediate zurück; Resolve Color Management erledigt anschließend den Output nach Rec.709 Gamma 2.4.
Alternative: Display Out SDRNur für einen bewusst display-referred Workflow. Dann ist SpektraFilm bereits der fertige Display-Output und RCM darf nicht noch einmal nach Rec.709 transformieren.
Film Exposure ≠ Print Exposure

Film Exposure verändert, wie die Szene auf dem Negativ landet — inklusive Einfluss auf Grain, Halation und spätere Print-Reaktion. Print Exposure timet das bereits entwickelte Negativ heller oder dunkler. Wenn das Negativ stimmt, aber der Print nicht, nimm Print Exposure.

Welche SpektraFilm-Tools lösen welches Problem?
Falsche GesamtfarbeInput Color Space, upstream CST und Print Timing prüfen.
Belichtung / PlacementFilm Exposure EV für das Negativ; Print Exposure EV für den Print.
KontrastFilm Push/Pull = Negativcharakter. Print Push/Pull = Papierkontrast. Shadow/Highlight Shape = Toe/Shoulder.
FarbcharakterStock und Paper für breite Persönlichkeit; DIR Couplers für Color Separation.
Print-FarbbalanceFiltered Enlarger für CMY-Logik oder Printer Density für Printer Points in 1/12 Stop.
HighlightsFilm Placement, Highlight Shape und subtiler Preflash — nicht pauschal downstream Gain.
TexturFilm Format zuerst, dann Grain-Modell und erst danach Amount/Size/Blur. Bei finaler Ausgabegröße beurteilen.
Camera DiffusionExternes OFX direkt vor SpektraFilm. Nach Input-CST/Arbeitsfarbraum, vor Film Exposure und vor einem eventuellen Output-CST.
Print Diffusion / ScanPrint Diffusion bleibt im SpektraFilm-Printpfad. Scanner = Glare, Resolving Power und Unsharp am Ende.

Quelle: offizielles SpektraFilm OFX User Manual, insbesondere Kapitel 1.3, 3.8, 5.1–5.2 und 6.19.

08 · Praktisch in Resolve

Eine Szene als Group anlegen

Color Page: Clips auswählen, gruppieren und danach bewusst auf Group Post-Clip arbeiten.

01 Alle Clips einer Szene auswählen.
02 Rechtsklick.
03 „Add Into New Group“ wählen.
04 Beschreibend benennen, z. B. EARLY MORNING.
Clip Manuelle WB-, Exposure- und Shot-Korrekturen.
Group Post-Clip Kreative Interpretation der Szene.
Timeline Globaler RPR-Look.
Group Pre-Clip ignorierst du in diesem Workflow vorerst.

Ist der ausgewählte Clip keiner Group zugeordnet, zeigt Resolve möglicherweise nur Clip und Timeline. Sobald der Clip Teil einer Group ist, stehen Group Pre-Clip und Group Post-Clip zusätzlich zur Verfügung.

09 · Ein Regler, drei Absichten

White Balance als Hierarchie-Beispiel

Derselbe Regler ist nicht dieselbe Entscheidung. Die Ebene beschreibt deine Absicht.

CLIP · MAKE IT MATCH Warum ändere ich WB? Dieser eine Shot passt nicht zu den anderen.
GROUP · MAKE IT FEEL Warum ändere ich WB? Die gesamte Szene soll sich kühler oder wärmer anfühlen.
TIMELINE · MAKE IT RPR Wofür nutze ich diese Ebene? Nicht für die WB-Korrektur einzelner Szenen, sondern für den globalen RPR-Look.
Gleicher Regler ≠ gleiche Absicht Clip WB ist korrektiv. Group WB ist kreativ. Timeline formt den Gesamtfilm.
10 · Mentale Übersetzung

Lightroom → Resolve

Keine technische Gleichsetzung — eine Entscheidungshilfe für Fotografen.

RAW-PROFIL / TECHNISCHE ENTWICKLUNG → RCM Input Transform nach DWG / Intermediate
GRUNDBELICHTUNG + WEISSABGLEICH → Clip · WB Match + Exposure Match
EIN FOTO HAT EIN PROBLEM → Clip · Make it match
DIE GANZE FOTOSERIE SOLL SICH ANDERS ANFÜHLEN → Group Post-Clip · Make it feel
ICH WILL MEINE SIGNATUR ÄNDERN → Timeline · Make it RPR
Würde ich dieses Foto in Lightroom korrigieren?

Wenn nein: Clip nicht anfassen. Wenn ja: Gehört die Änderung zum Bild → zur Szene/Serie → zum gesamten Film? Das mappt direkt auf Clip → Group → Timeline.

ARCHIV / REFERENZ

Alter Komplett-PowerGrade

Die alten Komplett-Dateien bleiben dokumentiert, sind aber nicht mehr der empfohlene Standard. Neu sind drei kleine Basis-PowerGrades für Clip, Group und Timeline.

PowerGrade-Dateien und Kamera-CST
01 Base Grade · 20 Nodes Saubere Basis inklusive Black Mist.
02 Toggle Looks · 22 Nodes Punchy, Dense und Black Mist.
03 LR Match · 28 Nodes Foto-Look, alle Schalter und Black Mist.
Immer nur eine CST Osmo: DJI D-Gamut / D-Log. iPhone: Rec.2020 / Apple Log. Output jeweils DWG / Intermediate.
Osmo Pocket 4P · Kamera-Einstellungen

Filme in D-Log — nicht D-Log M und nicht D-Log 2. Der bisherige CST-Node 02A funktioniert nur mit D-Log.

Textur / Schärfe −1 bis −2. Schärfe lieber in Resolve ergänzen.
Rauschunterdrückung −1 als Standard. −2 nur bei gutem Licht.
Skala −2 bis +2. 0 ist DJIs Standardverarbeitung, nicht „aus“.
Test Dieselbe Szene bei 0 / −1 / −2 in 100 % vergleichen — mit und ohne Denoise.
Manuelle Node-Reihenfolge

Denoise → CST IN → White Balance → Exposure → Density / Saturation → Contrast / Tone Curve → Greens / Radial / Atmosphäre → Look-Schalter → CST OUT → Schärfe bei Bedarf → Grain.

White Balance Node Gamma: Linear. Primaries Gain nutzen.
Exposure HDR Wheels und Waveform. 896 / 1023 ist Warnbereich, kein Ziel.
Density HSV, nur Kanal 2. Start 1.15, sinnvoll 1.05–1.20.
Contrast 1.08 · Pivot 0.42. Tone Curve mit sanftem Toe und Shoulder.
CST OUT DWG / Intermediate → Rec.709 / Gamma 2.4. DaVinci Tone Mapping, Saturation Compression.
Schärfe manuell Nach CST OUT, vor Grain. Radius ca. 0.47 oder Midtone Detail +10 bis +20.
Atmosphäre und Film-Effekte

Meist nur 1–2 Effekte gleichzeitig. Wenn Bloom und Halation aktiv sind, Black Mist zurückhaltend dosieren.

11B Black Mist · AUS Resolve FX Glow: Shine Threshold 0.45 · Spread 1.5 · Gain 0.30 · Saturation 0.30 · Normal / Final Result.
11C Haze / Fog Dunst mit KI-Tiefe. Rendert langsamer.
11D Light Rays Nur bei klarer Lichtquelle. Pro Clip positionieren.
11E Halation Roter Filmschein an hellen Kanten.
11F Bloom Weiches Aufblühen der Lichter.
Black-Mist-Praxis Bei dunklen Szenen Threshold Richtung 0.35. Bei viel Gegenlicht Gain etwa 0.20. Polfilter nicht simulierbar.